Perlen
Die Geburt einer Perle ist wahrhaftig ein Wunder.
Edelsteine und Edelmetalle werden in Bergwerken tief aus dem Erdinneren gegraben, Perlen aber
wachsen in lebenden Muscheln im Meer. Edelsteine müssen geschliffen und poliert werden, um Wirkung zu zeigen.
Perlen hingegen benötigen
keine weitere Behandlung, um ihre Schönheit zu entfalten. Sie besitzen einen
natürlichen Glanz und ein sanftes, von innen scheinendes Leuchten,
das sie von jedem anderen Juwel der Welt unterscheidet.
Eine natürliche Perle beginnt ihr Dasein als Fremdkörper, zum
Beispiel als Parasit oder Sandkorn, das zufäillig ins Innere der Muschel gelangt und nicht ausgeschieden wird.
Um sich vor diesem Gegenstand zu schützen, ergreift der weiche Körper der Muschel Gegenmassnahmen: Die Muschel hüllt den Eindringling in ihre glatte Perlsubstanz ein.
Die Perlmuttsubstanz besteht aus mikroskopisch kleinen Kristallen, die vollkommen gleichmässig angeordnet sind.
Diese regelmässige Struktur bricht das Licht, das auf die Perle fällt - und bündelt es schillernd in den Farben des Regenbogens.
Solange der Fremdkörper in ihrem Inneren bleibt, scheidet die Muschel weiter Perlmutt aus, das Schicht um Schicht aufgebaut wird. Nach einigen Jahren ist der Gegenstand völlig in der seidigen,
harten Substanz eingelagert. Das Ergebnis ist eines der faszinierendsten Geheimnisse der Natur:
Während sich die Muschel nur schützen will vor einem Fremdkörper, formt sie eine lieblich schimmernde, wertvolle Perle.
Genauso bildet die Muschel auch Zuchtperlen. Allerdings ist deren Entstehung nicht dem Zufall überlassen. Anstelle des zufällig eingedrungenen Sandkorns bringt der Perlenzüchter einen kleinen Kern aus poliertem Perlmutt in die Muschel ein.
Danach uberlässt er sie wieder sich selbst - und die Natur vollbringt ihr Wunder.